Historie / Wappen


Zarpen im Laufe der Jahrhunderte. Ein Blick auf die Historie unseres Dorfes.

Zarpen hieß nicht immer „Zarpen“. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Name unseres Dorfes mehrmals:

1189 Cerbene
1221 Serben
1294 Scerben
1352 (in villis) Cerben
1436 (in villa) Tzerben
1470 (to) Serben
1578 Zerpen
1634 Sarpen
1650 Zarpen
 
Auszug aus dem Buch „Orstnamen und Orstgeschichten in Schleswig-Hosltein zunebst Fehmarn, Lauenburg, Helgoland und Nordfriesland“ von Hanswilhelm Haefs.
 
„Zarpen: aus dem VölkerN der Sorben/Serben, also etwa = Siedlung der Sorben (wie Zerbst). Eisenzetil. Bodenfunde der röm. Kaiserzeit bezeugen Siedlungskontinuität seither. Nach 600 legten Wenden/Slawn hier ihr Dorf „Cerben“ an, das etwa Mitte des 12.Jahrunderts von Kolonisten aus dem dt. Westen übernommen wurde.
 
- Zarpen wurde erstmals 1189 urkundlich erwähnt. Damals noch unter dem Namen „Cerbene“.
- 1221 wurde durch das Kloster Reinfeld in Zarpen die Kirche gegründet.
- Um 1265 erhielt Zarpen als Stadt das Lübische Recht verliehen.
- Im Jahre 1473 wurde Zarpen dieses Recht durch den dänischen König Christian I. jedoch wieder entzogen.
- Dahmsdorf wird als „Adamestorpe“ 1327 erstmals erwähnt. Seit dem Mittelalter gehört das Dorf zum Kirchspiel Zarpen.
- Im 19. Jahrhundert bestand Dahmsdorf aus vier Vollhufen, einer Viertelhufe, einer Zwölftelhufe und zwei Erbpachtstellen; es hatte damals knapp 130 Einwohner. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung kam Dahmsdorf 1889 zum Amtsbezirk Zarpen. Seit 1948 gehörte es zum Amt Zarpen, seit 1972 zum Amt Nordstormarn.
-  Am 1. Januar 1975 wurde Dahmsdorf nach Zarpen eingemeindet.
 
Unser Wappen
Blasonierung: „Über einem silbernen Wellenschildfuß, darin unter einem blauen Wellenfaden ein schräglinks gestelltes grünes Eichenblatt, in Rot ein goldener Kelch und ein goldener Schlüssel mit dem Bart oben links.“

Wappenfiguren: Eichenblatt, Kelch, Schlüssel, Wellenfaden
 
Historische Begründung:
Der Kelch soll die Gründung der Kirche 1221 durch die Zisterzienser Mönche aus Reinfeld (Reynefelde) symbolisieren. Die Kirche ist eine der ältesten in Stormarn. Der frühgotische Backsteinbau ist ein beeindruckendes Baudenkmal und wurde 1968 unter Denkmalschutz gestellt. Der Kelch ist aus dem alten Stadtsiegel übernommen worden, wo er in der Hand des Abtes die Gaben der Kirche darreicht. Desweiteren soll der Kelch für die Zukunft der Gemeinde als Naherholungsort (z.B. Naturerlebnis-Wandern, Gastronomie) stehen.

Der Schlüssel ist der Hinweis auf ca. 200 Jahre Stadtrecht, Marktrecht und Gerichtsort bis 1473. Nach Auseinandersetzungen mit dem Reinfelder Kloster gingen diese Rechte wieder verloren. Heute weist der Schlüssel auf die Erschließung des Wissens in der Dörfergemeinschaftsschule hin.

Das Eichenblatt steht für den Ortsteil Dahmsdorf. Das ursprünglich slawische Dorf (dam = Eiche) weist auf ausgedehnte Eichenwälder hin. Auch heute geht es in unserer Gemeinde darum, die vorhandenen Bäume zu pflegen und neue anzupflanzen.

Die Hauptfarbe Rot und das Metall Silber ist der Hinweis auf das Lübsche Stadtrecht, da das Lübecker Wappenschild rot/silber geteilt ist. Die Farbe Rot ist auch die Farbe der Ziegel, welche in den Ziegeleien bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Zarpen gebrannt wurden.

Das silberne geschwungene Band stellt die einzigartige dreiwellige Endmoränenlandschaft aus der Weichseleiszeit in der Zarpener Gemeinde dar; außerdem soll es als Symbol für die Landwirtschaft gesehen werden.

Mit dem blauen geschwungenen Band werden die Bäche und Teiche dargestellt. Die Talsenken wurden schon von den Mönchen aufgestaut und es wurde Fischzucht betrieben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden alle Teiche trockengelegt und anschließend als Wiesen für die Landwirtschaft genutzt. In der Neuzeit erkannte man den Wert dieses Naturraumes für die Lebensbedingungen seltener Pflanzen und Tiere. Es entstanden der Struckteich 14 ha, der Henkenteich 2 ha und der Bahrenteich 7,5 ha.